Tagesseminare Dreigliederung Frankfurt
Dreigliederung und Rosenkreuzer-Impuls
Mit Ariane und Stephan Eisenhut
Die von Christian Rosenkreutz ausgehende esoterische Bewegung – die Rosenkreuzer –musste im Verborgenen wirken. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftreten Anfang des 17. Jahrhunderts waren ihre Schriften mit der sozialen Frage verbunden und ernteten viel Aufmerksamkeit, aber auch gleich massive Verleumdung und Kritik. Der esoterische Strom wirkte daher weiterhin ganz aus dem Verborgenen. Rosenkreuzerische Inspirationen wie z.B. Goethes Märchen flossen vielfach in das geschichtliche Leben ein. Erst mit Anbruch des Michael-Zeitalters trat das Rosenkreuzertum durch Rudolf Steiner in neuer Form vor die Öffentlichkeit, wieder zutiefst verbunden mit der sozialen Frage. Wir wollen in drei Seminaren das Erscheinen des Rosenkreuzer Impulses im 17. Jahrhundert, seine Verwandlung in der Goethezeit und das Auftreten im 20. Jahrhundert, soweit es uns möglich ist, verfolgen.
3. Seminar 2026: Die soziale Dreigliederung als Mysteriendrama des Lebens
Sa, 04.07., 10.30- 18 Uhr (Achtung: Die Veranstaltung war ursprünglich für den 13.6. geplant, musste aber verschoben werden!)
Die soziale Dreigliederung als Mysteriendrama des Lebens
In unseren ersten beiden Seminaren haben wir bisher den Blick auf das frühe 17. und das späte 18. Jahrhundert geworfen und untersucht, wie in diesen Zeiten der Rosenkreuzerimpuls in Erscheinung trat. Es ist eine Zeit, in der das öffentliche Leben der europäischen Menschheit von einer Erkenntnis der geistigen Welt Geist völlig abgeschnürt war. Aufgabe des Rosenkreuzerimpulses ist, Wege aufzuzeigen, durch die sich jeder einzelne Mensch aus eigener, freier Kraft eine neue Verbindung zu dem Geistigen in der Welt schaffen kann. Dieser Weg ist nicht einfach und wird auch in vielfacher Weise bekämpft. Es ist ein Kampf zwischen dem auf die äußere Welt konzentrierten und dem inneren, nach Freiheit strebenden Menschen. Will erster alles von äußeren Gesichtspunkten her bestimmen lassen, so neigt letzterer dazu äußere und innere Welt unverbunden zu lassen.
Dieses spiegelte sich im sozialen Leben. Die Ablösung vom Geist ermöglichte in Europa eine starke Individualisierung, brachte jedoch zugleich eine Fokussierung auf die äußere Sinneswelt und die äußere Organisation der sozialen Lebenszusammenhänge mit sich. Das religiöse Leben verlor immer mehr seine regulierende Gestaltungskraft. 1750 – 1850 führte der Wunsch nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit im sozialen Miteinander zu den Kämpfen der Revolution, im Geistesleben der Goethezeit wurde aber auch erkannt, dass dieses Gebiet der Freiheit nach Selbstentwicklung strebender Menschen bedarf. Es konnte erst als Entwicklungsideal in philosophischen Abhandlungen und kunstvollen Märchenbildern den Menschen vor die Seele gestellt werden.
Der Wunsch nach bürgerlicher Selbstbestimmung, das Nationalbewusstsein und der Materialismus nahm im 19. Jahrhundert in allen Bevölkerungsschichten enorm zu. Wie konnte daraus die soziale Frage gelöst werden? Eine neue Zeit ohne dynastisch-kirchliche Herrschaft, brach an. Der demokratische Staat gründete auf den bürgerlichen Freiheitsrechten, die er selbst nicht garantieren konnte; er war auf den Zufluss von Kräften angewiesen, die aus einem Gebiet stammten, welches sich den Mitteln des Rechtszwangs und des autoritativen Gebots entzog. Jeder Versuch dieses Gebiet zu regulieren, negierte den freiheitlichen Staat zugunsten totalitärer Formen. Als Antwort der geistigen Welt im neuen Michaelzeitalter konnte R. Steiner die Philosophie der Freiheit als soziales Übungsbuch und den Rosenkreuzerische Schulungsweg jedem Menschen zugänglich veröffentlichen. Ein Weg, das innere und das äußere Gebiet auf der Grundlage der von ihm entwickelten Geisteswissenschaft zu verbinden. Dieses gestaltete sich als ein Mysteriendrama des Lebens. Auf dieser Grundlage entstanden zunächst das erste Mysteriendrama und in der Zeit des 1. Weltkriegs die Idee und Bewegung der Dreigliederung des sozialen Organismus, die einer weiteren ahrimanische Verdunkelung der Bewusstseine und Not und Elend entgegenwirken wollte. Doch die Verwirklichung war noch nicht möglich, die alten Kräfte wirken weiter. Die nach innerer Entwicklung strebenden Menschen lernen erst anfänglich, sich in ihren unterschiedlichen Impulsen zu begegnen, sodass ein intimer, innerer Zusammenhang zwischen den Menschen sich ausbilden kann, der eine Umgestaltungskraft für die Kräfte der äußeren Organisationen erzeugt, in die der Mensch durch sein Schicksal hineingestellt ist. In unserem dritten Seminar wollen wir untersuchen, wie diese innere Organisationskraft entwickelt werden kann und welche Hilfen die anthroposophische Geisteswissenschaft hierfür anbietet.
Ort: Rudolf-Steiner-Haus, Hügelstr. 67, 60433 Frankfurt
Kosten: Richtsatz 60 € pro Seminar
Anmeldung: anmeldung@dndunlop-institut.de; Tel. 0171 6986317
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